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Heizl-Markt: Krieg in der Ukraine verursacht schwere Turbulenzen

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N E W S L E T T E R

Heizöl-Markt: Krieg in der Ukraine verursacht schwere Turbulenzen

Sehr geehrter Heizöl-Interessent,

vor knapp vier Wochen berichteten wir an dieser Stelle noch von der Kriegsangst, die die Heizölpreise nach oben treibt. Heute ist diese leider Realität geworden und es gibt schwere Turbulenzen an den Energiemärkten.


Ölmarkt-Analyse


Wie es zu erwarten war, sind die Rohölpreise nach dem Einfall russischer Truppen in die Ukraine deutlich nach oben gegangen. 
Mehr oder weniger explodiert sind sie aber erst, als russische Banken von internationalen Bankensystem SWIFT ausgeschlossen und über ein mögliches Ölembargo gegen Moskau diskutiert wurde. Verständlich, ist Europa doch im erheblichen Maße von den russischen Öl- und Gaslieferungen abhängig.



Die Tatsache, dass sich die EU bislang nicht zu diesem Schritt durchringen konnte, hat die Futures in den letzten Tagen wieder deutlich nachgeben lassen und zwischenzeitlich wurde sogar die 100-Dollar-Marke bei beiden Sorten, WTI und Brent, unterschritten.
Natürlich trugen dazu auch die aktuell stattfindenden Friedensverhandlungen einen großen Teil zu dieser Entwicklung bei, wobei der Ausgang hier wohl noch völlig offen ist.

Aber egal wie lange der Krieg noch andauern wird, die Welt wird nicht mehr dieselbe sein wie zuvor und das Thema Unabhängigkeit in den nächsten Jahren auf allen Ebenen eine sehr wichtige Rolle spielen. 
Dabei geht es nicht allein um Energie, sondern auch um andere Rohstoffe, Computerchips, Kabelbäume, usw. 
Die Globalisierung hat ihre Schattenseiten gezeigt, auch schon mit Ausbruch der Corona-Pandemie. In Zukunft gilt es ein ausgewogeneres Verhältnis zu finden, in dem nicht allein der kurzfristige Profit im Vordergrund steht.

Während die USA, die mittlerweile ein Embargo verhängt haben, nur rund sieben bis acht Prozent des Ölbedarfes von Russland bezogen hat, kommt in Deutschland gut jeder dritte Liter aus russischen Pipelines. In anderen EU-Ländern sieht es nicht viel besser aus. 
Bei Erdgas ist die Abhängigkeit noch größer. Deutschland bezieht rund die Hälfte des Bedarfes aus Russland, eu-weit sind es immerhin noch rund 40 Prozent! 

Diese Energieströme kurzfriszig umzuleiten ist nicht so einfach bzw. kaum möglich, da diese über gewaltige Pipelines zu uns fließen. Es dauert Monate oder Jahre, bis diese logistisch über andere Wege importiert werden können - und dies ist meist noch mit erheblich höheren Kosten verbunden.

Es gibt aber auch noch andere Themen am Ölmarkt, auch wenn diese derzeit aber natürlich ein stark untergeordnete Rolle spielen.
Zum einen wären da natürlich die Atomverhandlungen mit dem Iran, die nach aktuellem Stand kurz vor dem Abschluss stehen sollen. Dies könnte den Ölmarkt zumindest mittelfristig deutlich entlasten.
Auch die neuen Corona-Lockdowns in China werden sich preisdrückend, da verbrauchsmindernd auswirken.
Auf der anderen Seite stehen neue Förderausfälle in Nigeria und immer wieder Unruhen im Nahen Osten.

Entscheidend für die künftige Entwicklung der Rohölpreise werden aber sicherlich auch weiterhin die kommenden Ereignisse im Ukraine-Krieg sein. 

+ preistreibende Faktoren 
      
  • Krieg in der Ukraine - Sanktionen gegen Russland
  • OPEC+ Gruppe kann vereinbarte Fördermengen nicht einhalten
  • Neue Förderausfälle in Nigeria
  • Unsichere Lage in Libyen und in Nahost
  • US-Ölförderung weiter deutlich unter Vorkrisen-Niveau
  • Ölbestände auf niedrigem Niveau

- preisdrückende Faktoren        

  • Atom-Verhandlungen mit Iran vor Abschluss
  • Neue größere Corona-Lockdowns in China
  • Länderübergreifende Freigabe strategischer Ölreserven
  • Konjunkturentwicklung leidet unter hohen Rohstoffkosten und Lieferengpässen
  • Klimakrise drückt mittel- und langfristig auf Nachfrage



Heizölpreis-Prognose für die nächsten vier Wochen


Die Heizölpreise hierzulande sind nach Kriegsausbruch, den verhängten Sanktionen und einem möglichen Einfuhrstopp russischen Öls, förmlich durch die Decke gegangen und haben sich völlig vom normalen Marktgeschehen abgekoppelt.
Während die Rohölpreise in der Spitze lediglich um gut 30 Prozent angestiegen sind, war bei Heizöl eine Verteuerung von teilweise über 100 Prozent zu beobachten.



Der Grund hierfür war, dass die Nachfrage nach Gasöl, also Heizöl und Diesel, förmlich explodiert ist, da viele Verbraucher, aber auch Speditionen, Bauunternehmen, Landwirte etc. Angst vor Lieferengpässen hatten. 
Dies hat dazu geführt, dass auch die Lieferzeiten schnell auf mehrere Wochen angestiegen sind und die Logistikkapazitäten ausgeschöpft waren. 
Da aber die großen Ölgesellschaften und Tanklagerbetreiber keine fixen Preis- und Lieferzusagen für Abholungen in der Zukunft geben konnten oder wollten, sind die Risikoaufschläge auf allen Ebenen nach oben geschnellt. 
Teilweise erhalten Heizölhändler bis heute keine festen Preisangebote und so gehen die Heizölpreise im Vergleich zu den internationalen Ölpreisen nur sehr zögerlich zurück.

Die Nachfrage ist aber in den letzten Tagen stark eingebrochen, sodass sich der Lieferstau bald wieder auflösen sollte. Dann werden sich auch die Heizöl-Notierungen immer weiter an die internationalen Ölpreise annähern, was schon jetzt im Gange und in der nachfolgenden Grafik gut zu erkennen ist.



Glück im Unglück ist, dass wir uns mittlerweile mitten im Frühling befinden und die meisten Verbraucher noch genügend Heizöl im Tank haben, um über die restliche Heizperiode zu kommen. 
Nicht auszudenken wäre es, wenn diese Turbulenzen zu Winterbeginn eingetreten wären. Gleiches gilt natürlich für den Gasmarkt. Selbst wenn hier das Verbraucherverhalten keinen direkten Einfluss auf die Preise hat, so reicht der Vorrat hier bei einem Lieferstopp nur für rund 90 Tage.
Besitzer einer Ölheizung haben meist einen Vorratstank, der die Brennstoffversorgung für mindestens ein Jahr sichert - vorausgesetzt natürlich, dass der Bestand hoch gehalten wird. Wer hier stets vorausschauend agier oder eine Glaskugel hat, kann solche Preisspitzen, wie wir sie jetzt gerade haben, gut aussitzen und erst dann wieder am Markt teilnehmen, wenn dieser auch wieder funktioniert.

Womit wir auch schon beim Ausblick wären. Wie lange es noch dauert, bis die Versorgungsströme wieder normal laufen und sich die Heizölpreise dem Weltmarkt wieder angleichen können, ist derzeit nicht absehbar.
Wir wagen aber trotzdem die Prognose, dass die Notierungen in vier Wochen deutlich unter dem aktuellen Niveau liegen werden. 
Vorausgesetzt der Krieg eskaliert nicht weiter und es gibt kein Öl- und Gasembargo seitens der EU.

Am besten Sie bleiben gerade in diesen Tagen eng am Ball und beobachten den Heizölpreise für Ihren Ort regelmäßig unter www.fastenergy.de/heizoelpreise.








Mit freundlichen Grüßen

Ihr FastEnergy-Team
www.fastenergy.de



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