kürzlich saß ich mit einem Freund in Ottensen in einem Restaurant. Und er erzählte mir, dass er vor ein paar Tagen in der Nähe ein Bier getrunken habe – und während der kurzen Zeit drei Rentner vorbeigekommen seien, die in den Mülleimern nach Pfandflaschen und -dosen gesucht hätten.
Gut eine Million Menschen, so wird geschätzt, sammeln bundesweit Pfandflaschen, um finanziell über die Runden zu kommen. Jeder Vierte soll ein Rentner sein. Die meisten von uns, auch ich, können sich nicht vorstellen, wie es ist, wenn das Geld immerzu knapp ist, wenn selbst Schokolade oder ein Eis zum Luxus wird, man ausgegrenzt vom sozialen Leben ist, weil nahezu alles Geld kostet.
25 Cent bringt eine Dose, 8 Cent eine Glasflasche. Eine mühsame und entwürdigende Sammelei, um im Monat wenige Euro mehr für Lebensmittel zu haben – und doch so viel, wenn man unterhalb des Existenzminimums klarkommen muss. Einer von ihnen ist Rentner Hans S. (Name geändert). Der 75-Jährige sorgte bundesweit für Schlagzeilen, weil er seine Pfanderlöse dem Sozialamt Altona meldete und die Behörde sich ganz paragrafentreu von ihrer hässlichen Seite zeigte – und ihm die geringen Einkünfte voll anrechnete.
MOPO-Chefreporter Olaf Wunder ist der erste Journalist, mit dem sich der Rentner getroffen hat, um seine bewegende Lebensgeschichte zu erzählen: Vom „Unternehmer zum Flaschensammler“ lesen Sie neben vielen anderen spannenden Geschichten in der neuen WochenMOPO, die Sie ab heute wieder im Zeitungsregal finden.
Ihnen einen sonnigen Freitag
Frank Wieding
Printchef
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