meine Tochter ist drei Jahre alt und zeigt in Sachen Stillsitzen bislang eher wenig Ambitionen. Ausnahme: Der Tisch ist fürs sonntägliche Frühstück gedeckt, und in ihrem Blickfeld steht ein Eierbecher, der noch auf Befüllung wartet. Dann klebt sie auf ihrem Stuhl fest, lässt den Becher nicht aus den Augen. In regelmäßigen Abständen schallt mit zarter Kommandostimme „Mama, Ei!“ in die Küche. Aber sie bleibt sitzen. Ich verstehe sie. Die Liebe zum Fünf-Minuten-Ei ist groß in unserer Familie.
Und jetzt muss ich das hier lesen: Eierkrise im Norden! Weil nicht genügend Ware geliefert werden kann, schränkt der vor allem in Nord- und Ostdeutschland vertretene Discounter Netto (der mit dem Hund im Logo) den Verkauf ein – auf maximal zwei Packungen pro Einkauf. Ach, du dickes Ei! Die Lage auf dem Eiermarkt gilt wohl bereits seit Monaten als angespannt. Die Nachfrage steigt, das Angebot sinkt – auch weil mehrere Tierseuchen die Legehennenbestände belasten.
Immerhin: Große Lebensmittelhändler wie Aldi, Edeka, Lidl, Kaufland oder Rewe begrenzen die Einkaufsmengen bislang nicht. Und Marktanalystin Margit Beck von Marktinfo Eier und Geflügel (ja, das gibt’s) beschwichtigt: „Ein nationaler Eiernotstand ist derzeit nicht zu verzeichnen.“
Der Sonntag scheint also gerettet. Und das sind selbst an einem Donnerstag ziemlich gute Aussichten.
Herzliche Grüße
Eva Jost
Digitalchefin
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