die Sommerferien meiner Kindheit fanden auf Bornholm und Römö statt, Fotos zeigen uns Kinder mit wehenden Haaren, nackten Beinen und Norwegerjacken vor bewölktem Himmel. Wir fanden’s herrlich.
Ich stand kurz vorm Abitur, als ich zum ersten Mal geflogen bin (sag mir, dass du alt bist, ohne zu sagen, dass du alt bist …). Es ging nach Griechenland – und mir eröffnete sich eine ganz neue Urlaubswelt. Zuverlässig jeden Tag Sonne! Baden ohne Gänsehaut! Griechischer Salat und Ruinen in flirrender Hitze, super. Und so günstig!
Für die nächsten Jahrzehnte zeigte ich dem Norden die kalte Schulter, sobald die Urlaubsplanung nahte: Ab in den Süden, der Sonne hinterher!
Und nun dieser Sommer 2026, der uns einfach mal flammend klar macht: Wir können noch so viel rumkrakeelen, dass Klimaschutz auf keinen Fall die Wirtschaft (und schon gar nicht die Flugpreise!) beeinträchtigen darf – das juckt das Klima herzlich wenig. Sie sind schmerzhaft, die Bilder von Rauchwolken am Strand, die Berichte von evakuierten Campingplätzen.
Wer will denn dort noch Urlaub machen?, fragen wir in der neuen WochenMOPO, die heute auf den Markt kommt. War's das mit den Sommerferien im Süden?
Ich habe dazu mit mehreren Experten gesprochen. Ergebnis: So schnell gibt der Mensch sein Lieblingsreiseziel nicht auf. Da spielt auch die menschliche Psyche mit rein: „Schlimm. Aber mich wird’s ja wohl nicht treffen.“
Ich bin vor einigen Jahren übrigens doch mal wieder im Norden gelandet. Schweden. Mittsommernacht. Heile Welt und runde Felsen, ich war ganz beseelt. Aber: die Sonne mal da, mal weg. Und, räusper, war das teuer....!
Ich hoffe, Sie hatten oder haben einen schönen Urlaub an einem Ort, den Sie lieben, ob nah oder fern – und der von den aktuellen Extremen verschont bleibt. Und natürlich gerne mit der WochenMOPO vor der Nase. Lohnt sich!
Stephanie Lamprecht
Redakteurin
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