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in der deutschen Wirtschaft ist Hörmann ein guter und großer Name. Das Familienunternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Steinhagen gilt als Europas Marktführer bei Garagentoren. Martin Hörmann und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Christoph wurden im vergangenen Jahr zu den Unternehmern des Jahres in Ostwestfalen-Lippe gekürt – für ihr gesellschaftliches Engagement und ihren wirtschaftlichen Erfolg.
Die Hörmann-Gruppe erzielt in 40 Ländern mehr als eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr. Hinzu kommen die Umsätze zahlreicher Akquisitionen, die nicht unter einem gemeinsamen Konzerndach firmieren: wie der Spezialtürenhersteller Schörghuber, der Innentürhersteller Huga oder der Rollladenbauer Alukon.
Eine weitere Hörmann-Beteiligung heißt Alutech. Die macht nun gewaltig Ärger wegen des Verdachts verbotener Russland-Geschäfte. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat wegen möglicher Sanktionsverstöße ein Ermittlungsverfahren gegen die beiden Hörmann-Chefs Martin und Christoph sowie deren Vater Thomas Hörmann eingeleitet.
Die WirtschaftsWoche-Autoren Melanie Bergermann und Volker ter Haseborg haben minutiös die Hintergründe des Falls recherchiert.
Irritierende Verbindungen werden sichtbar. Die Alutech-Gruppe hat ihren Verwaltungssitz in der weißrussischen Hauptstadt Minsk und ist nach eigener Zählung mit 4600 Mitarbeitern in 65 Ländern aktiv. Aufgebaut wurde sie vom Geschäftsmann Alexej Zhukov, dem Diktator Alexander Lukaschenko 2013 den „Orden des Vaterlandes“ verlieh. 2018 reichte Zhukov 75 Prozent der Anteile seines zypriotischen Unternehmens Elutek Investments und damit 75 Prozent der Alutech-Gruppe an die Hörmanns weiter – laut des Geschäftsberichts einer Zhukov-Firma für rund 110 Millionen Euro. 2023 haben die Hörmanns auch noch die restlichen 25 Prozent der Anteile an der Elutek Investments übernommen und seitdem die komplette Kontrolle über Alutech.
In einer Pressemitteilung hat Alutech Martin Hörmann zitiert, auch ein Foto von Hörmann und Zhukov hat das Unternehmen verbreitet.
Die Erkenntis schockiert: Als Putins Angriffskrieg bereits eineinhalb Jahre in der Ukraine tobte und während viele deutsche Unternehmen verlustreich ihre Russland-Investments stornierten, weiteten die Hörmanns ihr Russlandgeschäft demnach erheblich aus. Zu Alutech gehören neben der Verwaltung in Belarus um die 20 Produktions-, Vermarktungs- und Handelsfirmen. Die meisten davon lokalisierte der letzte veröffentlichte Geschäftsbericht der zyprischen Holding Elutek Investments aus dem Jahr 2020 in Russland. Es steht sogar der Verdacht im Raum, dass Alutech in Belarus hergestellte Waren in die EU importiert, die gemäß einer EU-Richtlinie womöglich nicht mehr eingeführt werden dürfen.
Die EU hat nach dem Angriff auf die Ukraine Sanktionen aber nicht nur gegen Russland, sondern auch gegen dessen Verbündeten Belarus verhängt. Gemäß einer EU-Verordnung vom 2. März 2022 dürfen unter anderem verschiedene Stahlprodukte nicht mehr importiert werden. „Dementsprechend liegt nahe, dass dieses Importverbot auch für Garagentore aus Stahl gelten könnte, die von Alutech in Belarus hergestellt werden“, schreiben Bergermann und ter Haseborg.
Nach ihren Recherchen wurden Stahltore aus dem Minsker Werk auch noch in diesem Jahr in der EU zum Kauf angeboten.
Vor einigen Jahren hätte das nicht mehr interessiert als der sprichwörtliche Sack Reis in China. Heute, zwei Jahre nach dem Beginn des brutalen Überfalls Russlands auf die Ukraine und all den wirtschaftlichen und politischen Verwerfungen, ist es aus guten Gründen ein Politikum ersten Ranges. Selbst geschaffene Grauzonen in Sachen Russlandgeschäft gefährden den guten Ruf.
WirtschaftsWoche-Fragen zu dem Wirtschaftskrimi haben Martin und Christoph Hörmann nicht beantwortet. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärt, Alutech agiere eigenständig. Fragen zu möglichen Sanktionsverstößen durch das Unternehmen könne man „mangels Detailkenntnissen“ nicht beantworten. Dabei sind die Unternehmer-Brüder gemeinsam mit ihren Kindern über die Holding Elutek Investments in Zypern alleinige Gesellschafter der zentralen Alutech-Gesellschaften. Martin Hörmann ist bei Elutek Investments als Direktor eingetragen, fungiert also als Geschäftsführer.
Zu hoffen ist, dass die Vorzeige-Unternehmer merken, dass Wegducken in dieser Lage nicht hilft. Von einem Flaggschiff des deutschen Mittelstands erwartet die Öffentlichkeit gerade in schwierigen Umständen Transparenz und Aufklärung. Beides verdienen auch die mehr als 6000 Menschen, die für den guten Namen Hörmann arbeiten.
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Ein entspanntes Wochenende mit anregender Lektüre wünscht Ihnen
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Ihr Harald Schumacher
Reporter Unternehmen & Märkte
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PS: Kleine und Mittelständische Unternehmen stehen immer stärker im Visier von Hackerattacken und werden vielfach leichte Beute der Kriminellen, weil es gerade ihnen an Ressourcen und Know-how für eine wirksame Cyberabwehr fehlt. Hier setzt der zweite Cyberprotection Day an, den die WirtschaftsWoche am 9. April 2024 veranstaltet. Dabei vermitteln Fachleute aus der Praxis speziell mittelständischen Unternehmen Einblicke in neueste Formen von Cyberbedrohungen und präsentieren praxiserprobte Strategien und fundiertes Fachwissen, um KMU in kurzer Zeit wirksamer gegen Cyberattacken zu sichern.
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Weil Apple wohl ein Großprojekt für Micro-LEDs unerwartet storniert, muss AMS-Osram eine eigens dafür gebaute Fabrik in Malaysia abwickeln. Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple seinen Zulieferer im Regen stehen lässt. Jetzt lesen
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Mögliche Menschenrechtsverletzungen bei der Verarbeitung des Batterierohstoffs Kobalt in China bringen nicht nur Volkswagen Ärger ein. Sie bedrohen die gesamte Elektromobilität. Jetzt lesen
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Was für eine Kehrtwende: Bei Uniper, Symbol der ruinösen Gas-Connection nach Russland, brummt das Geschäft. Das Unternehmen bereitet sich auf eine Reprivatisierung vor. Jetzt lesen
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Mit Eissmann Automotive kämpft der nächste Autozulieferer ums Überleben: Der Spezialist für Innenraumkomponenten wie Verkleidungen hat Insolvenz angemeldet. Jetzt lesen
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Der aktuelle Geschäftsbericht offenbart: Der Nivea-Konzern Beiersdorf schwächelt im Luxusgeschäft – auch weil China eine beliebte Schmuggelroute dichtmacht. Jetzt lesen
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(Foto: Mauritius Images) |
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...sagt Ökonom Jens Südekum im Interview. Südekum ist VWL-Professor und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Das Dilemma aus seiner Sicht: Robert Habeck fordert einen „Reformbooster“, Christian Lindner will ein „Dynamisierungspaket“; aber die Ideen zur Rettung könnten unterschiedlicher nicht sein. Das ist laut Südekum „der größte Schaden. In dieser Bundesregierung gibt es bisher nicht einmal ansatzweise eine gemeinsame Idee darüber, welcher wirtschaftspolitische Kurs nun eingeschlagen werden soll.“ |
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Personalie der Woche |
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Die Aktionäre begrüßten die neue Kontrolleurin freundlich – und gingen mit dem Vorstand wegen des Debakels im Windgeschäft hart ins Gericht. Doch dann wurde klar: Großaktionär Siemens hatte gegen Veronika Grimm gestimmt. Jetzt lesen
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Podcast Chefgespräch |
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Im Podcast erzählt Georgia Näder, Mitglied im Aufsichtsrat von Ottobock, weshalb sie als Unternehmerkind die Anonymität eines Internats zu schätzen lernte – und wie sie einen neuen Führungsstil im Unternehmen etabliert. Jetzt anhören
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(Foto: Jan Philip Welchering für WirtschaftsWoche) |
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START-UP DER WOCHE |
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Inuru will organische Leuchtdioden revolutionieren. Diese sogenannten OLEDs sind papierdünne Display- und Lichtquellen und recyclebar. Dadurch lassen sie sich in alle denkbaren Formen und Oberflächen integrieren. Bislang sieht man aber wenig davon, weil die Fertigung sehr komplex ist. Inuru aber kann OLEDs drucken und so kostengünstig herstellen, dass auch Displays etwa auf Verpackungen möglich sind.
Jetzt lesen
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MOBILE WORLD CONGRESS 2024 |
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Die Deutsche Telekom zeigt beim MWC ein Smartphone ohne Apps, die ein KI-gestützter Concierge ersetzt. Ein revolutionäres Konzept, das die Branche radikal umkrempeln könnte. Jetzt lesen
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ICAR |
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Apple soll seine Pläne für ein eigenes Auto beerdigt haben. Aber kann der Konzern sich das leisten? Oder steht ein Zukauf statt eigener Entwicklung an? Jetzt lesen
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Künstliche Intelligenz |
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Auf dem Mobile World Congress in Barcelona wirbt der Windows-Konzern um Kooperationen mit anderen KI-Partnern und die engere Zusammenarbeit mit Netzbetreibern in seinen Rechenzentren. Jetzt lesen
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Immobilienunternehmen haben 2023 Insolvenz angemeldet. Das entspricht einer Zunahme um fast ein Drittel gegenüber 2022. Sechs Grafiken zeigen, wie stark die Verwerfungen in der Branche sind und was auf Städte und Investoren zukommt, wenn Projektentwickler straucheln. Jetzt lesen
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Quelle: WirtschaftsWoche |
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