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von Harald Schumacher,
Reporter Unternehmen |
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„I am Bill“, stellte sich Bayer-Chef Bill Anderson dem WirtschaftsWoche-Ressortchef Konrad Fischer vor. Der erlebte ihn über mehrere Begegnungen als „eben anders: unprätentiös, ohne Bugwelle, am liebsten ohne Tross. Direkt, offen, lachend, schon beim ersten Händedruck. Er ist anders, redet anders, denkt anders.“
Die Titelgeschichte der neuen WirtschaftsWoche ist ein in dieser Tiefe seltener und porträtierender Blick hinter die Kulissen des Top-Managements. Sie beschreibt, wie der 59-jährige Texaner den Leverkusener Pharma- und Agrarriesen vom größten Albtraum seiner Geschichte befreit hat: den Glyphosat-Klagen. Und wie er Bayer nebenbei radikal verändert hat.
Als Anderson 2023 dort Chef wurde, bildete das Unternehmen Milliarden um Milliarden als Rückstellungen für die Klagen nach der Übernahme des US-Agrarkonzerns Monsanto. 19,5 Milliarden Euro wurden es seit dem Kauf 2016. Ein schwarzes Loch, das Geld, Energie und jede Zukunft fraß. Auch die Pharmasparte kriselte, ein geplanter Blockbuster bekam keine Zulassung. Bayer kämpfte, wankte, war in seiner Existenz bedroht, die Aufspaltung drohte.
Und der Neue an der Spitze dieses wankenden Industrie-Monuments? Der hatte kaum Kenntnis vom Agrargeschäft, kannte Bayer nicht und Deutschland nur durch ein kurzes Praktikum in jungen Jahren. Anderson hatte noch nie einen Großkonzern geleitet. Stattdessen sprach er über seine Managementtheorie „Dynamic Shared Ownership“, kurz DSO. Das klang innovativ, modern. Sollten Stuhlkreise Bayer retten?
Aber Anderson überließ das Glyphosat-Desaster nicht mehr allein den Anwälten und Lobbyisten, sondern widmete ein Drittel seiner Zeit diesem Trauma. Nach immer neuen Klagen, Vergleichen und Urteilen, die den Konzern lähmten und auslaugten, änderte Bayer die Strategie. Ziel war, dass sich der Supreme Court des Falls annehmen und Bundesrecht anwenden sollte.
Der Plan ist aufgegangen. Ende Juni kam das Urteil: ein Sieg für Bayer. Das Oberste US-Gericht entschied, das Unternehmen könne aufgrund der US-weit geltenden Regulierungen nicht wegen fehlender Krebs-Warnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern verklagt werden. Vielen Klagen im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Herbizid Roundup auf Basis abweichender Anforderungen einzelner Bundesstaaten dürfte damit die Grundlage entzogen worden sein.
„Der Preis, um hierhin zu gelangen, war immens“, schreibt Anderson kurz darauf bei LinkedIn: „So etwas sollte nie wieder passieren.“
Bayer schaut wieder nach vorn.
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Ein entspanntes Wochenende mit anregender Lektüre wünscht Ihnen |
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Ihr Harald Schumacher
Reporter Unternehmen & Märkte
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Vor knapp 100 Jahren, am 1. Oktober 1926, erschien die erste Ausgabe des „Deutschen Volkswirt“, des Vorgängers der WirtschaftsWoche. Einen Überblick darüber, was wir Ihnen im Jubiläumsjahr bieten, finden Sie auf wiwo.de/100. |
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Vom 10. Juli bis zum 23. August bietet Ihnen die WirtschaftsWoche eine Summer School: Inspiration, die Ihren Blick auf den Management-Alltag verändert.
Wir stellen Ihnen sieben Management-Vordenker der vergangenen 100 Jahre vor und verraten, wie diese unsere Arbeitsweise verändert haben. Zudem geben wir Ihnen Tipps, wie KI Ihre Arbeit erleichtert und Sie produktiver macht.
Und damit Sie im Urlaub wirklich abschalten (und nicht länger über Probleme im Büro grübeln), beantwortet unser WiWo Coach Fragen, auf die Sie nach dem Urlaub eine Antwort haben sollten.
Damit Sie nichts verpassen, sammeln wir alle Lektionen unserer Summer School – und zwar hier.
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„Wir haben entschieden, nicht zu sterben“: Valeo-CEO Christophe Perillat auf der Paris Auto Show. Foto: REUTERS |
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...sagt Christophe Périllat, Chef des Autozulieferers Valeo mit weltweit gut 100.000 Mitarbeitenden, über 6000 davon in Deutschland. Der 59-Jährige gilt als Mr. Europa der Autoindustrie. Er plädiert leidenschaftlich für die sogenannte „Buy European“- oder „Local Content“-Regelung, die bald von der EU beschlossen werden könnte und Wettbewerbsverzerrungen gegenüber China ausgleichen soll. Im WirtschaftsWoche-Interview erklärt Périllat, warum er einen raschen Schutz der europäischen Industrie fordert und das Label der „Alten Welt“ für falsch hält.
Alle Fragen und Antworten lesen Sie hier.
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Europa-Vertriebschefin Iryna Kauk: Verliert ihre Position. Foto: Porsche AG |
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Die drei Porsche-Managerinnen verlieren ihre Führungsaufgaben im Vertrieb des Sportwagenherstellers. Kauk leitete bisher das Europa-Geschäft, Zorn die Sparte Übersee und Wachstumsmärkte und Djavadi die Luxusprogramme. Vertriebsvorstand Matthias Becker will nur noch drei Vertriebsregionen statt bisher fünf. Für Querschnittsthemen wie Luxus sollen die künftigen Regionalchefs oder -chefinnen zuständig sein. |
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| Die nächsten Millionen für Proxima Fusion: Ausgerechnet Energie-Start-ups trotzen der schwachen Konjunktur. Darum können sie derzeit besonders viel Geld einsammeln.
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| Mit staatlicher Unterstützung will US-Präsident Donald Trump Quantencomputern zum Durchbruch verhelfen. Deutsche Start-ups wie Planqc und EleQtron fordern eine Antwort Europas.
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| Ideen, die unsere Welt verändern und verbessern. Wir stellen sie vor. Diesmal: ein Gen-Notschalter, der Nutzpflanzen schützt.
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| StratifAI bringt medizinische Bildgebungsdaten per KI in die Onkologie. Würde Expertin Anke Caßing investieren? Jetzt lesen
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