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von Stephan Knieps,
Redakteur Unternehmen |
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für zweieinhalb Tage war Heilbronn, die 130.000-Einwohner-Stadt nördlich von Stuttgart, wieder die KI-Hauptstadt des Landes: Vom 31. Mai bis 02. Juni veranstaltete die Handelsblatt Media Group hier zum zweiten Mal die TECH-Konferenz. Sie soll führende Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammenbringen und so die technologische Souveränität Europas stärken. In die eigens errichtete Zeltstadt kamen rund 1800 Teilnehmer sowie mehr als 220 Sprecherinnen und Sprecher, sie verteilten sich um und auf vier Bühnen (und ein Riesenrad).
Warum Heilbronn? Nicht (nur), weil es hier so schön ist – sondern weil hier die Schwarz-Gruppe sitzt (genau genommen sitzt sie im Städtchen Neckarsulm, die Stadtgrenze zu Heilbronn ist fließend). Und die Schwarz-Gruppe betreibt nicht nur mit Lidl den umsatzstärksten Lebensmitteldiscounter Europas, sondern geht mit Schwarz-Digits auch eine der größten KI-Wetten des Landes ein
, indem sie sich zu einem bedeutenden Anbieter von Cloud- und KI-Diensten entwickelt hat. Kein schlechter Ort also, um über Technologie und KI und Europas Chancen mit derselben zu diskutieren – und das Ganze auch noch auffallend optimistisch.
Unter den Gästen war Robin Rombach, der sein KI-Start-up Black Forest Labs lieber in Freiburg statt in San Francisco aufbaut und für Europa gute Chancen sieht bei der nächsten technologischen Welle – sogenannte Weltmodelle und Physical AI. Oder Max Junestrad, der vor drei Jahren mit zwei Partnern das Legal-Tech-Start-up Legora gegründet und heute zu einer Plattform ausgebaut hat, die Kanzleien direkt für ihre Mandanten öffnen können – im eigenen Design. Auch er glaubt an Europa: Noch immer hat das Unternehmen seine Zentrale in Stockholm. „Die
Technologie ist für jeden zugänglich, du musst nur so verrückt sein, sie zu nutzen“, sagt er. Sein Start-up sei der beste Beweis, dass man eine AI Company auch von Schweden aus starten könne.
Baden-Württembergs neuer Ministerpräsident Cem Özdemirs fasste seine Agenda für sein Bundesland wie folgt zusammen: Angriff stärken, Verteidigung festigen, Zusammenspiel verbessern. Baden-Württemberg soll künftig nicht nur für Bosch, Mercedes und SAP stehen. Es soll auch ein globaler Standort für Künstliche Intelligenz, Robotik und Quantencomputing sein.
Neu ist vor allem der Ton. „Wer immer hundert Prozent Sicherheit in allen Entscheidungen haben will, wird zu hundert Prozent scheitern“, sagt Özdemir. Die deutsche Zurückhaltung dürfe nicht zur Handlungsunfähigkeit werden.
Das Tempo der technologischen Entwicklung sei schneller als alles bisher Erlebte – Politik und Verwaltung müssten neu denken lernen. Was das konkret bedeutet und wie sich die Erkenntnisse in praktisches Handeln transformieren lassen, fasst Horst von Buttlar, Chefredakteur der WirtschaftsWoche in der an Özdemirs Rede anschließenden Diskussionsrunde nach: Ob der Ministerpräsident den Koalitionsvertrag eigentlich habe von KI auf KI-Tauglichkeit testen lassen? Özdemir skizziert seine Vorstellung von der Verknüpfung von menschlicher und digitaler Intelligenz: „Wir müssen uns die Fähigkeiten von KI in der Analyse viel breiter erschließen, ohne den Menschen aus der Entscheidung zu verdrängen.“ KI-Agenten sollten in
Entscheidungsprozesse einbezogen werden – solange IT-Sicherheit und menschliche Verantwortung mitgedacht und sichergestellt werden.
„Wir Europäer stecken in unserer Komfortzone fest“, skizziert Katrin Lehmann, Chief Information Officer bei Mercedes, in einem anderen Panel das Dilemma. Das gelte auch für Mercedes. Routinen, Regularien und ein Produkt, an das die Kunden heute andere Anforderungen stellen, mehr Software statt Ingenieurskunst, E-Antrieb statt spritfressendem Verbrenner. „Etwas aufgeben, in das du viel Herzblut gesteckt hast. Offen sein für Neues, auch demütig – das ist nicht einfach. Aber genau das müssen wir jetzt beweisen“, betont sie.
Und Sebastian Dettmers, CEO der Online-Jobplattform Stepstone, diskutierte mit WiWo-Ressortleiterin Varinia Bernau über die Frage, inwiefern KI die Arbeitswelt neu ordnet. Das Potenzial sei zwar riesig, die Umsetzung aber noch ausbaufähig: „Die Statistiken sagen uns, dass KI in Unternehmen für viele Zwecke genutzt wird – aber nicht immer dafür, die Produktivität zu steigern.“
Zum Schluss rief Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits, dem Publikum noch mal die Stärken Europas in Erinnerung. So als wolle er den Leuten etwas Mut machen, die eigene Komfortzone zu verlassen. „Wir haben alles, was wir brauchen“, betont er. Die Daten, das Wissen, die industrielle Basis. |
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Ein entspanntes Wochenende mit anregender Lektüre wünscht Ihnen
Ihr Stephan Knieps
Redakteur Unternehmen
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Vor knapp 100 Jahren, am 1. Oktober 1926, erschien die erste Ausgabe des „Deutschen Volkswirt“, des Vorgängers der WirtschaftsWoche. Einen Überblick darüber, was wir Ihnen im Jubiläumsjahr bieten, finden Sie auf wiwo.de/100. |
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Für unsere Jubiläumsausgabe – 100 Jahre WiWo – brauchen wir Ihre Hilfe und Hinweise! Unter dem Motto „Best of Germany“ starten wir eine Reise in die DNA unseres Landes: Was zeichnet uns aus, was macht uns stark und wie können wir diese Stärken für die Zukunft nutzen? Wir suchen unentdeckte Geschichten von den besten Unternehmern, Gründerinnen, Startups, Landkreisen, Forschern. Berichten Sie uns von Innovationen und Projekten und schicken Sie uns Ihre Vorschläge (gern mit Link, kurzem Hintergrund und Kontakthinweis) an
[email protected]. Zu ausgewählten Hinweisen recherchieren wir und berichten in der Jubiläumsausgabe und auf wiwo.de. Vielen Dank! |
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Die Gießerei-Unternehmer Georg Geier und Dirk Howe von Siempelkamp in Krefeld. Foto: PR |
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...sagt Georg Geier, neben Dirk Howe Co-Chef der Gießerei Siempelkamp in Krefeld, im neuesten Teil einer WiWo-Interviewserie. Der Weltmarktführer Siempelkamp beschäftigt 400 Mitarbeiter und verschmilzt mehr als 60.000 Tonnen Gusseisenteile im Jahr. Seit dem Beginn der Energiekrise mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine warnen die beiden Geschäftsführer vor den Folgen für den Industriestandort. Der Energieengpass wegen der Schließung der Straße von Hormus verschärft die Lage erneut.
Alle Fragen und Antworten lesen Sie hier.
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Der fränkische Industriekonzern Schaeffler (Umsatz: 23,5 Milliarden Euro) holt Celia Pelaz für die Leitung seines Rüstungsgeschäfts. Pelaz verantwortete beim US-Satellitenbauer Spire das operative Geschäft, zuvor war sie Vorständin bei der bayerischen Sensor- und Radarfirma Hensoldt. |
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| Christiane Brunk erzählt, welche Rolle Tradition in ihrem Unternehmen spielt, wieso sie als Kind Lederherzen sortierte – und wie sie ihre unternehmerische Midlife-Crisis überwand.
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