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von Harald Schumacher,
Reporter Unternehmen |
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Fußball-Deutschland steckt noch im Schock-Zustand: wieder kein Achtelfinale bei einer Weltmeisterschaft. Gleichzeitig wird klar: Auto-Deutschland geht es nicht besser. Unsere angeschlagene Vorzeige-Industrie kämpft ums Überleben. Gerade beim identitätsstiftenden Volkswagen-Konzern geht es ums Ganze. WiWo-Chefredakteur Horst von Buttlar hat zur synchronen Deutung von Abstiegsnarrativen um Fußball und Wirtschaft einen Kommentar geschrieben, den Sie hier lesen können.
Volkswagen-Chef Oliver Blume und seine Vorstände haben über Monate verhandelt, beraten und debattiert, wie der Autobauer zu retten sei. Vorgelegt haben sie einen Plan ohne Tabus, der die Machtverhältnisse in Europas wichtigstem Autokonzern neu ordnen soll. Die Vorlage trägt den Titel „Group Target Picture“.
Die 170 Seiten zeichnen ein dramatisches Bild. Volkswagen, darüber sind sich die Vorstände offenbar einig, ist in seiner Existenz gefährdet. Ab 2030 drohen Verluste. In dem Dokument haben die Topmanager haarklein aufgelistet, wo der Konzern zu viel Fett angesetzt hat, wo er sich Dinge leistet, die er sich nicht leisten kann. Vom Einkauf über das Liefernetzwerk, die Produktion und Sponsorings bis hin zu Arbeitsplätzen.
Volkswagen soll deshalb umstrukturiert werden, eine Holdingstruktur entstehen. Vier Werke würden dabei geschlossen, mehr als 70 000 Stellen gestrichen, das Land Niedersachsen und die Arbeitnehmer in ihrer Macht beschnitten.
Seit Teile dieses Plans vergangene Woche vom „Manager Magazin“ publik gemacht wurden, bebt nicht nur Wolfsburg – zumal mit 100 000 abzubauenden Stellen eine viel höhere Zahl kursiert. Wie der Plan das Land in Aufruhr versetzt, beschreibt unser Autorenteam hier. Denn Volkswagen ist das ultimative Symbol eines Ringens um Wohlstand, um die Zukunft deutscher Schlüsselbranchen. Es geht nun ans Eingemachte
bei der Käfer- und Golf-Ikone: Neben Emden, Hannover und Zwickau steht sogar Neckarsulm auf der Streichliste des Konzernvorstandes. Rund 15 000 Menschen könnten allein dort ihre Stellen verlieren, ein Drittel aller Audi-Mitarbeiter.
Dass Politiker, Arbeitnehmervertreter und lokale Manager dieses Szenario friedlich durchwinken, ist ausgeschlossen. Unter den Marken und im Konzern bricht bereits ein Machtkampf aus. Baden-Württembergs frisch gebackener Ministerpräsident Cem Özdemir schaltet sich ein und muss als Grüner erstmals um ein Autowerk kämpfen, das Verbrenner produziert.
Widerstand leisten wird auch die niedersächsische Landesregierung unter dem ebenfalls noch neuen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD). Über das VW-Gesetz ist das Land an Volkswagen beteiligt und wird seine arbeitnehmerfreundlich genutzte Macht kaum freiwillig abgeben. Ohne das VW-Gesetz auszuhebeln aber kann Blume es nicht schaffen, die Marke VW wie nun geplant aus dem Konzernverbund zu lösen und eigenständig zu machen.
Viele offene Fragen. Am 9. Juli bereits soll der Aufsichtsrat über die zustimmungspflichtigen Teile des Plans abstimmen. |
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Ein entspanntes Wochenende mit anregender Lektüre wünscht Ihnen |
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Ihr Harald Schumacher
Reporter Unternehmen & Märkte
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Vor knapp 100 Jahren, am 1. Oktober 1926, erschien die erste Ausgabe des „Deutschen Volkswirt“, des Vorgängers der WirtschaftsWoche. Einen Überblick darüber, was wir Ihnen im Jubiläumsjahr bieten, finden Sie auf wiwo.de/100. |
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Wir stellen Ihnen passend zum Jubiläum der WirtschaftsWoche sieben Management-Vordenker der vergangenen 100 Jahre vor und verraten, wie diese unsere Arbeitsweise verändert haben. Zudem geben wir Ihnen Tipps, wie KI Ihre Arbeit verändert und Sie produktiver macht.
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Thuy-Ngan Trinh arbeitete lange in der Start-up-Welt, jetzt setzt sie sich für den Mittelstand ein. Foto: PR |
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...sagt Thuy-Ngan Trinh, Vorsitzende des neuen Verbands Die Mittelständler. Die 33-jährige Geschäftsführerin der Digital-Beratung A11 wurde als Tochter vietnamesischer Eltern in Dresden geboren und ist dort aufgewachsen. „Mir ist es extrem wichtig, meinen Beitrag zu leisten, die politische Situation in Deutschland zu stärken“, sagt die Sächsin: „Wachstum und Wohlstand sind wahrscheinlich eine der stärksten Waffen der wehrhaften Demokratie.“ Die Verbandsgründung sei „eine Reaktion“ auf den Eklat um den Umgang des Mittelstandsverbandes Die Familienunternehmer mit der AfD.
Alle Fragen und Antworten lesen Sie hier.
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Bosch-Chef Hartung verlässt den Konzern. (Archivbild) Foto: Bernd Weißbrod/dpa |
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Der Bosch-Chef räumt nach viereinhalb Jahren an der Konzernspitze mit sofortiger Wirkung seinen Posten. An seiner Stelle führt ab Anfang Juli nun Finanzchef Christian Fischer das Unternehmen. Er kommt von der Beratung Roland Berger und ist seit 2018 bei Bosch. Jetzt lesen
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