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von Stephan Knieps,
Redakteur Unternehmen |
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in dieser Woche ist die wohl härteste Deutschlandtour des Jahres gestartet: Die VW-Führung um Vorstandschef Oliver Blume bereist dieser Tage alle deutschen Standorte, erklärt in Betriebsversammlungen, was sie mit dem Konzern vorhat. Blume selbst besuchte die Werke in Wolfsburg, Zwickau und Emden. Alles soll auf den Tisch kommen: Kosten, Modelle, Strategien. Die Mitarbeiter aber wollen vor allem eines wissen: Wen trifft es? Werden deutsche Werke geschlossen und wenn ja, welche? Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk in Neckarsulm gelten als akut gefährdet.
Und viele werden dabei eine Art Deja-vu-Erlebnis gehabt haben: Denn vor rund zwei Jahren war Volkswagen schon einmal am selben Punkt. Es wurde lange gestritten und verhandelt, und am Ende stand eine Einigung, die die Gewerkschaft als Erfolg verkaufte, gar als „Weihnachtswunder”. Zwar einigte man sich auf den Abbau von mehr als 35.000 Stellen bis 2030, doch der Konzern versprach dem Rest auch eine Beschäftigungssicherung. Doch über die Details sahen damals viele hinweg: Das Versprechen galt nur, wenn vereinbarte Sparziele auch erreicht würden. Dasselbe gilt für die mögliche Werkschließungen. So kam es, wie es viele befürchtet hatten: Die wankenden VW-Fabriken haben ihre Sparziele überwiegend nicht erreicht,
stehen folglich heute auf der Streichliste.
Dass Volkswagen, der Auto-Weltmarktführer, einmal in diese prekäre Lage kommen würde, schien vor wenigen Jahren noch undenkbar. Doch nach milliardenschweren Gewinnrückgängen und eingebrochenen Verkaufszahlen hat sich die Lage verdüstert. Gerade in China, dem einst besten Absatzmarkt, verkauft VW deutlich schlechter. Volkswagen ist einer der wenigen globalen Autokonzerne, der in allen bedeutenden Märkten zu den größten Playern gehört. Und weil es in China derzeit wenig zu gewinnen gibt, widmen sich die Wolfsburger Strategen seit einiger Zeit verstärkt dem südamerikanischen Markt.
Er gilt unter Automanagern als großer Hoffnungswert: 440 Millionen Menschen leben auf dem Kontinent. Nur drei Autos kommen dort auf zehn Einwohner, im größten Land Brasilien etwas mehr, in Deutschland sind es sechs. In Brasilien allein, dem sechstgrößten Automarkt der Welt, wurden im vergangenen Jahr rund 2,5 Millionen Neufahrzeuge verkauft. Das Potenzial ist groß, auch das Aufholpotenzial. 2014 verkauften die Hersteller in Brasilien 3,3 Millionen Autos; danach stürzte der Markt in eine lang anhaltende Rezession, von der sich das Land langsam erholt.
Brasilien dürfte daher zum zentralen Schauplatz eines Wettbewerbs werden, der über die Kräfteverhältnisse in der globalen Autoindustrie entscheidet, schreiben meine Kolleginnen Clara Thier und Annina Reimann sowie mein Kollege Martin Seiwert in ihrer Analyse.
Doch auch dort warten schon: die Chinesen. Für den weltgrößten E-Auto-Hersteller BYD ist Brasilien der wichtigste Auslandsmarkt. 2022 verkaufte BYD in Brasilien ein paar Hundert Fahrzeuge. 2025 waren es 120 000. Und der chinesische Hersteller Great Wall Motors (GWM) schickt sich an, es BYD gleich zu tun. Der exportfokussierte Konzern unterhält bereits drei Autofabriken außerhalb Chinas, davon eine in Brasilien, eine zweite ist geplant.
Noch hat VW in Brasilien klar die Nase vorn, verkauft dort sechsmal so viele Autos wie GWM und doppelt so viele wie BYD. Und seit 2022 hat VW in dem Land seinen Marktanteil für Autos und leichte Nutzfahrzeuge von 13,7 Prozent auf mehr als 16 Prozent gesteigert und im ersten Halbjahr 2026 über 20 Prozent mehr Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum. Die größte Nachfrage verzeichneten die VW-Marken.
Es sind Zahlen, die Wolfsburg Mut machen – und die die Angestellten in Zwickau, Emden und Hannover schon länger nicht mehr gesehen haben dürften. |
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Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. |
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Beste Grüße
Ihr Stephan Knieps
Redakteur Unternehmen
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...sagt Christiane Benner, seit Oktober 2023 Erste Vorsitzende der IG Metall, der mit zwei Millionen Mitgliedern mächtigsten Gewerkschaft des Landes. Im WiWo-Interview spricht sie über die anstehende Tarifrunde – und kündigt Proteste gegen die Arbeitszeitreform der Regierung an.
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Der Logistik-Milliardär und HSV-Investor Klaus-Michael Kühne (Archivbild). Foto: picture alliance / Christian Cha |
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Vor knapp 100 Jahren, am 1. Oktober 1926, erschien die erste Ausgabe des „Deutschen Volkswirt“, des Vorgängers der WirtschaftsWoche. Einen Überblick darüber, was wir Ihnen im Jubiläumsjahr bieten, finden Sie auf wiwo.de/100. |
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