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von Harald Schumacher,
Reporter Unternehmen |
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als der bald ausscheidende BMW-Chef Oliver Zipse Ende Februar formell noch die Geschäfte führte und mit Bundeskanzler Friedrich Merz und einer Auswahl deutscher CEOs zum Staatsbesuch nach China reiste, versammelte sein Nachfolger Milan Nedeljković zeitgleich in der Münchner BMW-Welt die 360 obersten Führungskräfte des Konzerns und schwörte sie auf einen neuen Kurs ein.
Nedeljković schilderte den Führungskräften eine Sicht auf den Konzern, die dem Primus-Image deutlich widerspricht. Durch Protektionismus drohe BMW „unter die Räder zu kommen“, sagt der langjährige Produktionschef. Noch schlimmer als solche externen Gefahren seien aber eigene Schwächen. Entscheidend für den Konzern sei eine hohe Geschwindigkeit, und „genau hier haben wir Handlungsbedarf, denn unsere Strukturen und unsere Prozesse können das gar nicht leisten“, so Nedeljković. BMW arbeite „kleinteilig und mit hohem Abstimmungsaufwand“, sagt der neue Chef: „Wir bewerten, bis der Arzt kommt.“
Das zu ändern sei allerdings schwierig, denn es gehe dabei um den „genetischen Code unseres Unternehmens“.
Seitdem weiß bei BMW jeder: Mag man von außen auch als Branchenbester bewundert werden - rund läuft es auch in München nicht.
Laut interner Quellen bereiten die Münchner in ausgewählten Bereichen deshalb einen strategischen Wechsel vor. Bis zur Aufsichtsratssitzung Ende Oktober will Nedeljković demnach den Kontrolleuren seinen Zukunftsplan vorlegen. Vor allem die Abläufe in China mit rückläufigem Geschäft, die Einkaufsstrategie und die daraus resultierende neue Rolle für Tausende von Entwicklern in Deutschland wird er neu formulieren. Nedeljkovićs Ziel: Der Konzern muss schneller werden.
Gleichzeitig soll BMW die Aufträge an externe Ingenieurbüros einsparen und mehr selbst entwickeln. Kosten runter, Output rauf.
Die fallende Konzernproduktivität, ein immer unübersichtlicheres Bündel von Zöllen und Lieferkettenrisiken, wachsende Kosten in Deutschland: Vieles deutet also auf eine weit weniger harmonische Regierungsperiode des neuen Chefs hin, als es bei der Stabsübergabe einige Wochen nach Zipses Chinareise den Anschein haben mochte. Da sagte Zipse während der digitalen Hauptversammlung der Aktionäre vor einigen Tagen in Richtung seines Nachfolgern gut gelaunt: „Lieber Milan, ab morgen übernimmst du.“
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Ein entspanntes Wochenende mit anregender Lektüre wünscht Ihnen |
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Ihr Harald Schumacher
Reporter Unternehmen & Märkte
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P.S. Wir suchen Ihre Ideen für unsere Jubiläumsausgabe zum 100-Jährigen der WirtschaftsWoche. Wir wollen eine WirtschaftsWoche-Ausgabe ganz den Nervenfasern und Gehirnzellen unserer Republik widmen. Wir wollen zu Köpfen, Machern und Talenten fahren, um zu entdecken und freizuschälen, was uns stark gemacht hat, was wir verloren haben – und wie wir es für die Zukunft und den Wohlstand von morgen nutzen können. Wen sollen wir besuchen? Schicken Sie uns Ihre Vorschläge (gern mit Link und kurzem Kontext) an
[email protected]. Einige Hinweise greifen wir dann auf – und mehr gibt es dann Anfang Oktober im Magazin und auf wiwo.de. Ich bin gespannt auf Ihre Vorschläge! |
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Stefan Klebert: Der Maschinenbauingenieur gilt als Restrukturierer. Foto: PR |
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...sagt Stefan Klebert, seit 2019 Chef des Maschinenbauers Gea, der 2025 in den Dax aufstieg. Der Maschinenbauingenieur gilt als Restrukturierer. Im Interview erklärt er, warum die Chancen hoher Energiepreise für den Düsseldorfer Konzern größer sind als die Risiken und welche Rolle ein altes Moped in der Work-Life-Balance des 60-Jährigen spielt.
Alle Fragen und Antworten lesen Sie hier.
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Die neuen Chefs bei Ritter Sport: Moritz Ritter (l.) und Tim Hoppe.
Foto: Ritter-Sport |
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Gemeinsam haben die beiden Urenkel des Gründers die Geschäfte bei Ritter Sport übernommen. Bisher führten sie den Beirat des Schokoladenherstellers aus dem baden-württembergischen Waldenbuch. Nun lösen sie den bisherigen Chef Andreas Ronken ab, der das Unternehmen verlassen hat. |
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| Lukas Flöther ist einer der wichtigsten Insolvenzverwalter im Land. Er erzählt im Podcast, warum ihn „Zombie-Unternehmen“ mehr schrecken als die reine Zahl der Pleiten.
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